26.06.2026
Gestern hat es mich nach der Therapiestunde ziemlich zerlegt. Ich weiß selbst nicht genau, was mich so extrem aufgewühlt hat.

Unter anderem habe ich mit meiner Therapeutin über meinen letzten Albtraum gesprochen: Ich hatte aus Versehen ein geparktes Auto angefahren und bin anschließend einfach weitergefahren. Erst später wurde mir bewusst, dass ich Fahrerflucht begangen und damit eine Straftat verübt hatte. Mir wurde klar, dass ich mich nun stellen müsste – viel zu spät – und dass ich eine Anzeige bekommen würde. Zum Glück bin ich dann aufgewacht und war unendlich erleichtert, dass es nur ein Traum war.

Ist dieser Traum vielleicht ein Sinnbild für die Untreue und dafür, dass ich mich nun den Konsequenzen stellen muss?

Ein weiterer Albtraum kam ebenfalls zur Sprache: Henriette hatte meinen kompletten Chatverlauf mit Marc gelesen. Auch da war ich sehr erleichtert, als ich aufgewacht bin. Allerdings ist das tatsächlich ein Damoklesschwert, solange ich den Chatverlauf nicht lösche.

Auf jeden Fall saß ich erst mal heulend im Auto, dann lag ich heulend im Bett und stand später weinend im Wald. Echt bescheuert ... Mich haben ständig irgendwelche Tiere angekrabbelt und wollten mich scheinbar auffressen. 😖

Aber mit wem oder wo hätte ich sonst heulen sollen? Zuhause sind die Kinder. Zu Manu konnte ich damit nicht, weil es um einen anderen geht. Und zu Marc erst recht nicht – das hätte mich komplett zerlegt. Ute hatte leider auch keine Zeit. Sonst hätte ich mich einfach (am liebsten ganz für mich) bei ihr in die Wohnung gesetzt und geweint.

Ich war so fix und fertig und völlig durch den Wind, dass ich schon um 20:30 Uhr ins Bett gegangen bin.

War eine krasse Erfahrung. Aber vielleicht ist es ja wie mit den Wehen: Jede Wehe bringt einen dem Ziel ein Stück näher.

12.05.2026
Note to myself:
Ich lebe ein Leben für jemand anderes...es fühlt sich nicht nach MEINEM Leben an.
....
Ein einschneidendes Erlebnis für mich war, eine schwere Herzerkrankung / Herz OP meines Vaters 2008. Da wurde mir zum ersten mal wirklich die Vergänglichkeit bewusst und was es bedeutet, sich fortzupflanzen /weiter zu leben in den Kindern.
Ich dem Moment dachte ich "meine Eltern brauchen Enkel!". Sie sollen nicht sterben, bevor sie Enkel haben. Ich will nicht gehen, bevor ich Kinder habe.

23.04.2026
Vorgestern und gestern war wieder gar nicht gut. Ich glaube ich zerbreche daran, nicht mit Marc zusammen sein zu können!!
Ein bisschen rauskommen und radeln hat gut getan. Am besten war eine kurze Begegnung mit der Flauschi-Katze von Wolfsöd.
Trotdem habe ich mich wieder geritzt und viel geheult. 

15.04.2026
Diese Woche ging es mir gar nicht gut.
Samstag war ich fast nur am weinen oder nah am Wasser. Beim Radeln, beim Einkaufen, beim Kochen....
Montag hab ich mich zum ersten mal geritzt ... tat gut. Aber es ist mir unangehm, falls jemand die Kratzter sehen sollte. Brauch eine Ausrede, wo das herkommt, falls jemand fragt. Ist aber bis jer´tzt eh noch nicht vorgekommen.
Dienstag hab ich eine Frau auf der Strasse getroffen/gesehen, die verzweifelt war und geweint hat. Ich hätte sie so gerne angesprochen und getröstet, oder mit ihr geweint und gesagt, dass ich sie verstehen kann. Hab mich aber dann doch nicht getraut und bin ebenfalls weinend heim geradelt.